Kritiken

Kritik Tiroler Tageszeitung, 09.07. 2016

"Im Umkreis der Fugger"

Eine musikalische Brücke zwischen Augsburg und Tirol

Ensemble rosarum flores

 

 

 

 

Kritik in der "Augsburger Allgemeinen", erschienen am 22.05.2017

Musikalischer Ausflug in einen Frühlingsgarten

„rosarum flores“ beeindrucken im Kirchheimer Zedernsaal Von Tina Schlegel

 „Wie schön du bist“, lautete das Programm des Ensembles „rosarum flores“ im Zedernsaal des Kirchheimer Schlosses. Dabei sollte es um die innere Schönheit gehen. Schön wurde aber auch das Konzert, angestrahlt von der Sonne und mit hauchzarten Stücken aus der Renaissance und Barockzeit.

Die Blockflötistin Ilse Strauß und der Lautenist Wolfgang Praxmarer haben sich 2014 in Innsbruck gefunden und das Ensemble „rosarum flores“ gegründet, weil sie die Liebe zur Musik vom späten Mittelalter bis hin zum Biedermeier vereint. Ihr Anliegen ist es, die Alte Musik Tirols zu erhalten. In unterschiedlichen Formationen treten sie auf, in Kirchheim als Duo, und präsentieren neben den Stücken aus dem 15. bis 18. Jahrhundert auch eine beachtliche Auswahl an entsprechenden Instrumenten.

Ilse Strauß erklärte während des Konzertes, dass man eigentlich nie genug Flöten habe, immer wieder entdecke man ein „neues“ altes Instrument, auf dem das eine oder andere Stück eben noch authentischer und schöner klinge … Gut, dass die Flöten noch relativ handlich sind.

In der Tat war es beeindruckend, welchen Klang Strauß mit ihren Flöten in den Saal zauberte. Das Spiel der studierten Blockflötistin war virtuos, anmutig und überaus ausdrucksstark. Einige Male kamen in den Stücken Tiere vor, dann sah man den Bär tanzen, hörte den Kuckuck rufen und die Nachtigall singen. Mit „All in a garden green“ von John Playford entführten Strauß und Praxmarer in einen frühlingshaften, strahlenden Garten. Man meinte, die Bienen summen, die Fliegen surren zu hören, und hier und da streifte ein Schmetterling vor dem inneren Auge durch die glasklaren, grün schimmernden Töne der Flöte – immer eingehüllt in das einfühlsame Lautenspiel von Praxmarer. Als Mitglied verschiedener Ensembles für Alte Musik bereist Praxmarer ganz Europa und sogar Nordafrika und wurde dafür bereits ausgezeichnet.

Im Wechsel stellten die beiden die Stücke vor und schufen so ein noch besseres Verständnis für die musikalische Bilderwelten etwa in dem Stück über die arme Daphne, die sich gegen den liebestollen Apollo wehren muss, weil dieser vom hinterlistigen Eros mit einem Liebespfeil beglückt worden ist. Daphne indessen „erhielt“ nur einen bleiernen Pfeil, sodass sie sich garantiert nicht in Apollo verlieben würde.

Herausragend das Flötenspiel von Strauß auch in dem Tanzstück „Recercada segunda“ von Diego Ortiz mit seinen temporeichen Fingerläufen und wunderschön die verliebte Nachtigall, „Le rossignol en amour“ von Francois Couperin. Diese Melodien trugen die Zuschauer gewiss gern in den frühen Abend hinaus.

 

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© Ensemble Rosarum Flores